
„Ich durfte in einem christlichen Elternhaus aufwachsen. Meine Eltern sind Missionare in Peru und Kolumbien, wo ich auch aufwuchs und die Schule besuchte. In der Schweiz hatte ich die Lehre als Zimmermann erfolgreich abgeschlossen.
Von Gott hatte ich mich losgelöst, losgesprochen und bin meine eigenen Wege gegangen. Im Sport, als Radrennfahrer hatte ich meinen Ausgleich gefunden. Ich fuhr Radrennen als Amateur und hatte Freude daran, sobald das Rennen den Berg hinauf ging.
Am 3. Juni 1990, als ich 25 Jahre alt war, wurde ich bei einem Radrennen Opfer eines Unfalls. Ein nicht autorisiertes Auto war auf der Strecke, die abgesperrt war. Abrupt war mein Rennen zu Ende bei 48 Stunden pro Kilometer, und damit auch mein Lebensrennen. Vieles war defekt an mir durch dieses Ereignis, und es war ein Wunder, dass ich noch leben durfte. Nachdem meine Mutter zurück nach Peru flog, konnte ich zu einer Familie ziehen, weil ich ja nicht selbständig wohnen konnte. Nun, es waren Christen...
Nach einigen Monaten in dieser Familie habe ich mein Leben neu ausgerichtet, und Gott den Vater und Schöpfer dieser Erde von neuem eingeladen, in meinem Leben wirksam zu werden. Durch Jesu Tod fand ich auch Sündenvergebung. Vieles musste ich aufschaffen, in Ordnung machen und mein ganzes Leben nach ihm ausrichten. Nach mehreren Anläufen in der Arbeitswelt wurde mir klar, dass ich eine neue Lehre in Angriff nehmen musste. Im August 1993 begann ich dann die Lehre als Krankenpfleger in Brugg. Diese Schule war ein 60% Pensum und hatte somit länger gedauert.
Am 1. Mai des gleichen Jahres durfte ich meine Freundin und Verlobte heiraten. Dann, am 18. September 93 hatte ich, so dachte ich es, einen Bagatellunfall. Aber danach hatte ich Kopfschmerzen und Migräneanfälle. Nach und nach haben Kopfschmerzen und Migräne Ausmasse angenommen, die mich lähmten. 24 Stunden am Tag Kopfschmerzen, 7 Tage die Woche und 3-5 Mal pro Woche Migräne (Dauer: 1-15 Stunden). Der Wunsch, davon geheilt zu werden, wurde immer grösser. Ich ging zu den Ältesten der Gemeinde.
Eines Tages lösten sich meine Schultern und diese waren geheilt. (Folge vom grossen Unfall 1990) Ich wurde zu 100% Invalid. Während der Zeit der Invalidität und Schmerzen haben mich immer wieder einige Bibelstellen begleitet. Gott sprach zu Josua, dass ihm alles gelingen würde, aber es heisst auch, sei mutig und stark und denke allezeit über mein Wort nach. Mutig sein kann nur Gott bewirken, mein Wollen aber ist es, über Gottes Wort nachzudenken.
Ich hatte ganz schwere Zeiten hinter mir, aber Gott liess mich nicht untergehen, als ich durchs Wasser ging. Ich verbrannte auch nicht, als ich Feuer um mich hatte (Jesaja). Gott hatte als Vater zu mir geschaut, hatte mich gestärkt und auch geschont. Ich hatte nicht mehr die Gedanken des Suizides wie damals, als ich noch jung war und ohne Gott lebte. Im Jahre 1991, an einem denkwürdigen Nachmittag, hatte ich dem Teufel die Türe gewiesen und gesagt, dass Gott, und nicht er, mein Lebensende bestimmen würde.
Ja, Gott hat mir nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern der Liebe und der Besonnenheit. Aber bewirken, das tut Gott, nicht ich als Christ. Bei den Ältesten der Gemeinde habe ich erleben dürfen, dass der Tinitus verschwand, der mich auch stark plagte. Eines Tages hat mich Eva nach Thun geschickt an einen Heilungskongress… ja, und da habe ich erleben dürfen, dass Gott auch die Schmerzen in meinem rechten Ohr geheilt hatte, und auch der Impuls, wenn es laut war, (Gottesdienst, Zugfahrt etc.) und ich noch mehr Kopfschmerzen kriegte. Psalm 23 waren und sind immer noch meine Lieblingsverse in der Bibel, einerseits als Zeugnis, anderseits als Gebet: „bitte leite mich, pflege mich, schone mich und führe mich…“
Dann kam die Einladung von Hans Keller, zu einem Gottesdienst zu kommen, im Rahmen eines Heilungskurses, der dort einige Tage stattfand. Am ersten Abend hatte ich etwa drei Stunden geweint, nicht aus Trauer, sondern weil ich so Freude verspürte und sah, dass hier um mich Menschen gesund wurden. Das war am Donnerstag, am 2. Juni 2005. Am Samstag, am 4. Juni kamen wir nochmals, nicht aus Neugier, sondern wir wollten gesund werden. Am Schluss wurden diejenigen aufgerufen nach vorne zu kommen, welche an chronischen Schmerzen litten.
Ich bekam einen Helfer zur Seite, der diesen Heilungskurs besucht hatte. Dann haben wir gebetet, was vom Leiter vorgebetet wurde. Am Schluss sagten wir noch, dass dieses und jenes in Jesu Namen von uns weichen muss. In diesem Moment zog sich meine Halswirbelsäule nach hinten, und zugleich spürte ich Schmerzen, wie ich sie noch nie erlebt hatte. Das kann es ja nicht sein, und ich gebot diesen Schmerzen von neuem zu weichen. Dann wanderte der Schmerz in den Muskeln längs der Wirbelsäule entlang bis zum Steissbein. Von nun an hatte ich nirgendwo mehr Schmerzen. Jetzt musste ich aufs Klo, weil ich dachte, oder besser gesagt, spürte, dass da was in die Hose ging. Nun, es war nichts.
Genau 15 Jahre und einen Tag nach dem Unfall im Juni 1990, hatte ich keine Schmerzen mehr. 15 Jahre hatte ich immer irgendwo irgendwelche Schmerzen. 12 Jahre plagten mich Migräne und Kopfschmerzen, so dass ich zu hundert Prozent invalide wurde. Meine Frau hatte nur drei Monate einen halbwegs gesunden Mann zur Seite gehabt.
Dann meldete ich mich bei der Unfallversicherung, damit ich eine Revision der Rente beantragen konnte. Das heisst, es wurde abgeklärt, in welchem Rahmen ich nun arbeiten könnte, und in welcher Branche. Jetzt, Ende Mai 07 ist auch dieser Lebensabschnitt vorbei und ich habe einen Arbeitsvertrag in der Tasche. Ich kann in einer Küche arbeiten, und möchte viel lernen, um auch weiterzugeben, was mir Gott geschenkt hat.“
Martin Friedli
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